Tagebuch Kirchturmfalkenjahr 2019

Kurzbericht im Zeitraffer:

31.03.2019     Ankunft
01.04.2019     Balz und Hochzeit
10.04.2019     1. Ei
12.04.2019     2. Ei
14.04.2019     3. Ei
16.04.2019     4. Ei
18.04.2019     5. Ei
20.04.2019     6. Ei
22.04.2019     Brutbeginn

16.05.2019     Drei Küken geschlüpft, eines war nicht lebensfähig.

18.05.2019     Viertes Küken geschlüpft!

20.05.2019     Drei gesunde quicklebendige Küken!
                       Zwei Eier vermutlich beschädigt!

23.05.2019     Die Küken sind heute 7 Tage alt!


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Chronologische Abfolge

Dienstag, 19.02.2019

Wir haben eine neue Kamera installiert und den Nistkasten vorbereitet!

Jetzt können sie kommen!


Der Nistkasten ist bereit


Mittwoch, 20.02.2019

Heute haben wir in Kirchennähe den ersten Turmfalken rufen hören! Wir rechnen in den nächsten 14 Tagen mit der Ankunft eines Paares.

 

Sonntag, 17.03.2018

Ein einzelner Turmfalke war heute mehrfach im Flug zu beobachten. Leider ist es nicht möglich, das Geschlecht im Flug zu bestimmen. 

Die Turmfalken sind da!


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Sonntag, 31.03.2019 
Kurz vor dem 11 Uhr-Gottesdienst nahm ein Turmfalkenpaar den Nistkasten in Beschlag. Sie verhielten sich auffallend anders, als Paare in den Jahren davor. Routinen, die sonst einige Tage in Anspruch nahmen, wurden innerhalb weniger Stunden abgespult. Dazu gehören das Anbieten einer Maus durch das Männchen (Hochzeitsgeschenk) und das Probeliegen im Nistkasten. Auffallend war auch das ausgedehnte Verweilen des Weibchens im Nistkasten, bis zum späten Abend. Bislang nahm die Bindung zum Nistkasten erst mit der Eiablage zu; die beginnt etwa 14 Tage nach der Hochzeit.

 

01.04.2019
Wie jedes Jahr bekommen die Turmfalken einen Namen. Inzwischen sind wir bei „O“ angekommen. Im kleinen Gremium haben wir uns für Ora und Olli entschieden.


02.04.2019

Heute kam ein zweites Turmfalkenpaar angereist, und das sorgte bei allen Beteiligten für große Aufregungen. Alle vier Turmfalken zogen in hohem Tempo ihre Kreise um den Kirchturm. Dazwischen noch einige Krähen, denen die Flugschau überhaupt nicht passte. Mit Leichtigkeit wichen die Turmfalken den gefährlichen Schnabelattacken der Krähen aus.



Vier Turmfalken kreisen um den Kirchturm

Frühlingsgefühle 2. April 2019


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03.04.2019
Ora trägt eine gestreifte Kopfbedeckung und Olli trägt eine blaue Mütze. Das sind auf den ersten Blick die markantesten Unterscheidungsmerkmale.

 

Unterscheidungsmerkmale


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Gefahr droht . . . . . !


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04.04.2019
Seit etwa zwei Jahren beobachten wir ein Habichtpaar in unserer Gemeinde.
Von Hans-Werner Greger erhielten wir die Aufnahme eines Habichts, der gegen eine Fensterscheibe geflogen war und einige Zeit benommen im Garten saß.
Vor wenigen Monaten konnten wir selbst beobachten und fotografieren, wie ein Buntspecht von einem Habicht geschlagen wurde. Von vielen Seiten erhielten wir Hinweise zu diesem Habichtpaar. Das größere Weibchen ernährt sich von Kleinsäugern wie Kaninchen, Junghasen, Eichhörnchen und Tauben. Das kleinere Männchen schlägt Buchfinken, Amseln und Meisen. Leider gehören auch Turmfalken zur Beute. Wir vermuten, dass im Jahre 2017, das Turmfalkenweibchen von einem Habicht geschlagen wurdeOra wartet auf Olli (mit Maus)

Ora wartet auf Olli (mit Maus)


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05.04.2019

Ora und Olli sind quick lebendig! Ora verbringt relativ viel Zeit im Nistkasten. Durch ihre Anwesenheit hält sie Ringeltauben davon ab, den Nistkasten zu besetzen. Sie macht "Probeliegen", dabei probiert sie die Bauchlage aus, die für die nächsten 6 bis 7 Wochen ihre Stellung bei der Eiablage und beim Brüten sein wird!

Ora mit Gewölle


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08.04.2019
Im Nistkasten ist jetzt zunehmend Gewölle zu erkennen. Die Falken verschlingen die Mäuse ähnlich der Eulen. Der Magensaft zersetzt Muskel- und Fleischgewebe, Innereien und die Knochen. Anschließend wird das Gewölle hochgewürgt und ausgespien. Das Gewölle besteht fast ausschließlich aus den Haaren der Maus. Es ist nach dem Trocknen federleicht und fühlt sich an wie Filz. Allerdings riecht es sehr streng und lockt viele Fliegen an. In einem Gewölle haben wir bislang, außer Haaren, nur Mäusekrallen und Mäusezähne entdecken können. Das Gewölle bildet später eine gute Unterlage für die Jungen.

Das erste EI!


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10.04.2019

Das erste Ei ist da, doch erst mal der Reihe nach. Ora hatte sich heute viel im Nistkasten aufgehalten und ihr Verhalten deutete die bevorstehende Eiablage an. Die Anzeichen sind Unruhe und der wiederholte Blick durch die Beine nach hinten, als wäre da etwas anders als sonst. Gegen 17:00 Uhr legte sie dann das erste Ei. Dafür hatte sie sich die linke hintere Ecke ausgesucht, wie ihre Vorgängerinnen der letzten Jahre auch. Warum immer wieder diese Ecke, das wissen wir noch nicht. Als alles überstanden, war brachte Olli eine Maus und alle Anstrengungen waren schnell vergessen.

 

11.04.2019
Turmfalken legen Ihre Eier jeweils mit einem Abstand von einem Tag. Das bedeutet, sechs Eier werden innerhalb von 12 Tagen gelegt. Nach einer Brutzeit von ca. 30 Tagen schlüpfen alle Küken innerhalb von 12 Stunden! Wie kann das angehen? Hier folgt das Turmfalkenweibchen einem veranlagten Instinkt. Die ersten Eier werden nur warm gehalten, dabei aber nicht intensiv bebrütet. Erst mit zunehmender Anzahl wird die Brut verstärkt und die Temperatur der Eier auf 38° C erhöht.
 

Das zweite Ei!


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12.04.2019

Gegen Mittag hatte Ora, wie erwartet, ein zweites Ei gelegt!

Das dritte Ei!


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14.04.2019
Überpünktlich hatte Ora heute das dritte Ei gelegt! Olli wechselt Ora regelmäßig ab und bringt ihr dabei ausreichend Mäuse mit. Allerdings zeigt er dabei keine besondere Geduld, setzt sich zwar wärmend auf die Eier, wartet aber lieber auf der Stange sitzend ungeduldig auf die Rückkehr von Ora..


14.04.2019

Ein eisiger Nordwind bläst um den Kirchturm, das Frühjahr ist noch einige Wärmegrade entfernt! Heute ist Sonntag, die Turmfalken sind jetzt zwei Wochen im Horst und Ora hat bereits das dritte Ei gelegt. Auf dem Video ist das 12-Uhr läuten zu hören und zu sehen, dass Ora davon ziemlich unbeeindruckt ist, obwohl die Glocken nur 4 Meter vom Nistkasten entfernt sind. Sie ruft zaghaft nach Olli, der kommt auch, jedoch ohne eine Maus mitzubringen. Deshalb dreht er lieber schnell wieder ab.

Das vierte Ei, und eine Maus!


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16.04.2019

Das vierte Ei ist da! Mit einer bislang nicht erfahrenen Präzision legte Ora die ersten vier Eier. Genau im Rhythmus von zwei Tagen und nicht nur das, sondern immer auch zur selben Stunde, zwischen elf und zwölf Uhr. Ein Turmfalkengelege besteht in der Regel aus 3 bis 6 Eiern. Im Jahre 2012 wurden 6 Turmfalken groß gezogen, wir sind gespannt, wie viele es dieses Jahr werden.

In der Ecke liegt eine tote Maus, wenn der Hunger nicht groß genug ist, dann werden die Mäuse für ein paar Stunden in die Ecke gelegt!

Das fünfte Ei!


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18.04.2019
Das Gelege besteht jetzt aus fünf Eiern, das bedeutet jetzt schon eine überdurchschnittliche Leistung der Elterntiere für die Aufzucht von 5 jungen Turmfalken!

Ein großes Gelege!


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22.04.2019
Das Gelege besteht jetzt aus 6 Eiern! Der Brutwechsel findet sehr schnell statt, so dass der Blick auf die Eier nur kurz möglich ist. Wahrscheinlich ist das Gelege jetzt vollzählig. 

Das Gelege mit 6 Eiern!

24.04.2019
Die Eiablage ist offensichtlich abgeschlossen und Ora wird jetzt 29 Tage intensiv brüten. Dabei wird sie die Temperatur der Eier auf 38° C  halten und regelmäßig wenden, damit die heranwachsenden Turmfalkenküken nicht mit der Eischale verkleben. 29 Tage rund um die Uhr, das ist eine mühsame Zeit.  Dabei wird sie aber von Olli mehrfach am Tage mit einer Maus versorgt. Dann verlässt sie für 5 bis 10 Minuten den Nistkasten und Olli übernimmt solange das Brüten. Allerdings zeigt er dabei keine große Geduld, kaum ist Ora ausgeflogen ruft er auch schon nach ihr! Auf dem Bild wartet er schon sehnsüchtig. Olli ist gut an den blauen Schwanzfedern zu erkennen.

Turmfalke im Rüttelflug

Foto: A. Trepte, www.photo-natur.de


25.04.2019
Heute ist der 2. Tag von 29 Bruttagen!

Die Turmfalken sind für die Jagd nach Mäusen auf freie Flächen wie Wiesen, Weiden und Brachland angewiesen. Dort können sie die Mäuse aus großer Höhe erspähen, zum Rüttelflug übergehen und dann gezielt einen Angriff wagen. Glücklicherweise haben wir in Gleschendorf und in der näheren Umgebung ausreichend Nahrung für die Turmfalken.


27.04.2019

Heute ist der 4. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Ora und Olli haben ihren Rhythmus gefunden, alles läuft wie am Schnürchen. Ora brütet und Olli löst sie regelmäßig ab und bringt jedes mal eine Maus mit!

Schwingenfeder Turmfalke

28.04.2019

Heute ist der 5. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Seit heute morgen liegt im Nistkasten eine große Turmfalkenfeder. Ein Zeichen der Mauser. Die Mauser ist bei allen Vögeln ein natürlicher Vorgang. Hierbei wird das Federkleid erneuert, weil die Federn einer natürlichen Abnutzung unterliegen. So werfen die Schwäne, Gänse und Enten alle Schwungfedern in kürzester Zeit ab, so dass sie nicht mehr Fliegen können. Sie ziehen sich in den Wochen der Hilflosigkeit auf einsame Schilfinseln zurück, um dort ihre Jungen aufzuziehen und gleichzeitig vor Ihren Feinden sicher zu sein. Was aber sollen Turmfalken, die bei der Jagd allein auf ihre Flugkraft angewiesen sind, anfangen? Turmfalken verzehren nur die selbst geschlagene Beute. Schon eine einzige verlorene Schwungfeder würde das Gleichgewicht und damit die Präzision des Fluges erheblich beeinträchtigen. Hier sorgt die Natur für den Ausgleich, in dem der Körper die gleiche Feder immer in beiden Flügeln zugleich abwirft. Erst wenn ein Federpaar nachgewachsen ist, folgt das nächste Paar. Auf diese Weise zieht sich die Mauser fast über den ganzen Sommer hin. 

Klarheit - es sind sechs Eier!


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30.04.2019

Heute ist der 7. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Bei gutem Licht konnten wir heute diese Aufnahme machen. Jetzt haben wir Klarheit: Das Gelege besteht aus 6 Eiern! Das ist ein überdurchschnittliches Gelege und stellt für die Eltern eine große Herausforderung dar! 
Inzwischen können wir neben Ora die zweite Schwingenfeder erkennen. So war es am 28.04. vorhergesagt worden und es ist tatsächlich eingetreten: Es werden immer zwei Federn, eine auf jeder Seite, erneuert.


Atzung Blaumeise

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Mai 2019
Heute ist der 8. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Turmfalken sind ausgesprochen filigrane Tiere. Die Spannweite ihrer Flügel beträgt ca. 75 cm bei einem Körpergewicht von nur 200 Gramm bei den Männchen (Terzel in der Jägersprache) und bis zu 250 Gramm bei den Weibchen (Weib). Damit sind Turmfalken nicht in der Lage, eine Taube zu schlagen, geschweige denn, diese zum Horst zu transportieren. Daher sind die Ringeltauben im Bereich der Kirche von der Anwesenheit der Turmfalken recht unbeeindruckt. Anders wäre das bei Wanderfalken!
Unsere Turmfalken haben sich in den Jahren fast ausschließlich auf Mäuse beschränkt und aufgrund des guten Nahrungsangebotes beschränken können. In den vergangenen sieben Jahren haben wir nur einmal eine Eidechse und eine Blaumeise als Atzung (Nahrung) beobachten können!

Flug überm Apsiskreuz


02.05.2019
Heute ist der 9. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!

Ora hat heute das erste Drittel der gesamten Brutzeit absolviert!
Turmfalken werden in der freien Wildbahn bis 18 Jahre alt. Allerdings sind die ersten 12 Monate die schwierigsten im Leben eines Turmfalken. Nur 50 % der jungen Turmfalken überleben das erste Jahr.
Gefahren für Turmfalken
            Große Greifvögel wie der Habicht
            Straßen- und Schienenverkehr
            Windräder
            Mäusegifte


04.05.2019
Heute ist der 11. Tag von insgesamt 29 Bruttagen.
Ora brütet und lässt sich auch nicht vom Mittagsläuten aus der Ruhe bringen!

Ora während dem Mittagsläuten


Der Turmfalke ist im Flug sehr leicht von anderen Greifvogelarten zu unterscheiden.

Im Gleitflug führt er seine Schwanzfedern parrallel, das ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal.

 

Flugbild Turmfalke


06.05.2019
Heute ist der 13. Tag von insgesamt 29 Bruttagen.
Ora und Olli haben eine prächtige Kondition! Fast die Hälfte der Brutzeit haben die Beiden ohne erkennbare Schwächen gemeistert! Deshalb freuen wir uns auf den weiteren gemeinsamen Weg! Das sieht alles sehr vielversprechend aus!


Umweltpreis der Gemeinde Scharbeutz 2018

Im Nistkasten des Kirchturms ist Ora seit 13 Tagen dabei, ihre sechs Eier auszubrüten, während auf der anderen Straßenseite, im Alten Pastorat, ein für Gleschendorf besonderes Ereignis stattfindet. Für das jahrelange Engagement werden Hans-Werner Greger und ich, Hans-Ulrich Fenner, für unser Turmfalkenprojekt ausgezeichnet. Vom Bürgermeister Owerien persönlich und unter Anwesenheit von Mitgliedern des Umweltausschusses, der Politik und der Presse wird uns der Umweltpreis der Gemeinde Scharbeutz für das Jahr 2018 verliehen.  Über diese Anerkennung haben wir uns sehr gefreut und bedanken uns bei Bürgermeister Herrn Owerien und den politischen Gremien.

08.05.2019
Heute ist der 15. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Auf dem Bild sehen wir am Schnabel den so genannten "Falkenzahn". Er wird gebraucht um die Mäuse mit einem Biss in das Genick schnell töten zu können. 

Porträt mit "Falkenzahn"

 

09.05.2019
Heute ist der 16. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Hier sieht man im "Rückenvergleich" den Unterschied zwischen dem Männchen "Olli" und dem Weibchen "Ora". Olli ist links und Nora rechts zu sehen. Das Blau der Mütze, von Olli, setzt sich auch in den Schwanzfedern fort.

Rückenvergleich

 

10.05.2019
Heute ist der 17. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Olli ist sehr tüchtig und an verschiedenen Stellen im Dorfgebiet bei der Jagd zu beobachten.
Er ist ein treusorgender Ehemann, typisch für Gleschendorf!

Olli im Anflug

 

Das Eichhörnchen "Rudi" ist allgegenwärtig und klettert an den senkrechten Wänden des Kirchturms rauf und runter. Seine Leibspeise sind Eier. Das ist natürlich eine ständige Gefahr für das Gelege, aber die Turmfalken sind wachsam!

Eichhörnchen "Rudi" im Baum

 

11.05.2019
Heute ist der 18. Tag von 29 Bruttagen! Zwei Drittel der Brutdauer sind geschafft!

So wie in dem nachfolgendem Video zu sehen laufen die Brutwechsel über ca. 29 Tage ab. Olli bringt Ora eine Maus und übernimmt, auffallend ungeschickt, das Brüten. Allerdings ist es auch nicht leicht, sechs Eier unter die Fittiche zu bringen. Nach etwa 10 Minuten kommt Ora zurück und löst ihren, offensichtlich etwas genervten, Gatten ab!

 

Ein typischer Brutwechsel mit Maus

 

14.05.2019
Heute ist der 21. Tag von 29 Bruttagen!

Am frühen Morgen wurden die Gleschendorfer vom ersten Kuckuck in diesem Jahr geweckt.
Die Männchen versuchen mit dem weit hörbaren „Kuck-uck“ ein Weibchen anzulocken. Der Kuckuck überwintert in Afrika südlich des Äquators und hat mindestens 7000 Kilometer bis nach Gleschendorf zurückgelegt. Turmfalken ziehen nicht so konsequent wie die typischen Zugvögel. Zum Beispiel ziehen Störche, Stare, Schwalben und Rotschwänzchen über Gibraltar, den Nahen Osten oder Malta.
Turmfalken sind sog. Breitzieher; sie überwintern dort, wo sie ein entsprechendes Nahrungsangebot vorfinden. Das kann in Südeuropa oder auch hier in Deutschland sein. Allerdings haben sie bei langen Schneeperioden Schwierigkeiten, ausreichend Nahrung zu finden. 


Kuckuck

 

15.05.2019
Heute ist der 22. Tag von 29 Bruttagen!
Wie die Bilder sich doch gleichen! Diese Aufnahme habe ich vor 7 Jahren, am 13.05.2012, aufgenommen! Die Hauptakteure waren Kati und Karl.

 

Aufnahme vom 13.05.2012



16.05.2019 Heute ist der 23. Tag von insgesamt 29 Bruttagen!
Ein kurzer Blick über den Gartenzaun:
Gestern konnte Hans-Werner Greger in der Fierthstraße eine Waldohreule mit ihren beiden Jungen fotografieren. Waldohreulen sind in Gleschendorf häufiger zu beobachten und im Frühjahr ist ihr tiefer Balzton „Buh-buh“ gut zu hören. In der Abenddämmerung huschen sie geräuschlos um die Häuser.
Die Waldohreule hat mit einer Körperlänge von etwa 36 cm und einer Spannweite von 95 cm etwa die Größe eines Waldkauzes. Sein bestes Erkennungszeichen sind die beiden Püschelohren.


Waldohreule


16.05.2019
Die ersten drei Küken sind geschlüpft!
Am Nachmittag begannen die ersten drei Küken mit dem Schlüpfen! Ein Küken hat diese anstrengende Prozedur anscheinend nicht überlebt und wurde von der Mutter aus der Horstmulde getragen und abgelegt! Drei Eier sind noch unversehrt.

Beide Küken haben gerötete Druckstellen und wirken sehr erschöpft. Kein Wunder, bei der engen Behausung aus der sie gerade kommen. Beim Schlüpfen müssen die Küken sich von innen gegen die Eischale stemmen, bis eine Öffnung entsteht. Dann folgt unter großer Anstrengung die Befreiung aus dem Ei. Die Augen sind bis zum vierten Tag nach der Geburt geschlossen. Sie schlafen sogar beim Füttern ein. Jetzt brauchen sie nur noch Wärme und Schlaf. In ein bis zwei Tagen werden sie deutlich munterer sein.


Die ersten zwei Küken


17.05.2019 10:00 Uhr
Die beiden Küken haben die Nacht gut verbracht! Auffallend ist, dass die weiteren Küken noch nicht geschlüpft sind. Normalerweise schlüpfen sämtliche Küken innerhalb weniger Stunden.


Vater Olli schaut nach den Küken

 

17.05.2019 17:00 Uhr
Mit dem Schlüpfen begann Ora mit dem Hudern. Das Hudern ist ein vogelkundlicher Fachbegriff. Als Hudern bezeichnet man das Schützen von Nestlingen (Küken) vor Witterungseinflüssen (Kälte, Regen, Hitze) durch die Brutvögel, indem sie ihren Nachwuchs unter den Flügeln bergend aufnehmen oder ihn im Bauchgefieder wärmen und beschützen.

Unsere Küken haben heute die Augen zum ersten Mal geöffnet. Mit großen ehrfürchtigen Augen verfolgen Sie das Tun der Mutter, wenn sie nicht gleich dabei einschlafen!



Vater und Mutter kümmern sich!

 

18.05.2018       20:00 Uhr
Das 4. Küken ist geschlüpft. Bislang hat sich bei den letzten beiden Eiern noch nichts getan. Wahrscheinlich auf Grund der Wärme hat Olli heute  jede Menge Mäuse gefangen und zum Horst getragen. Ora und die Küken waren erkennbar satt. Olli wusste nicht, was er mit den vielen Mäusen machen sollte. Er wirkt ein wenig überfordert, der arme Vater! Das ist im folgenden Video gut zu sehen! Es ist sehr windig in dieser Höhe, das sind die zu hörenden Geräusche des Kameramikrofons.

Nr. 4 ist geschlüpft


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Vater und viele Mäuse!

 

19.05.2019      21:00 Uhr
Die drei Küken sind ausgesprochen munter und wurden heute von den Eltern bestens versorgt. Für die beiden letzten Küken wird es langsam Zeit ihre derzeitige Behausung zu verlassen. Montag, spätestens Dienstag, sonst müssen wir uns Sorgen machen!


20.05.2019
Die drei sitzen nebeneinander und warten artig bis sie gefüttert werden. Bei Turmfalken gibt es keinen Futterneid, wie wir das von anderen Vogelarten kennen. Man streckt zwar den Schnabel vor, wartet dann aber bis man dran ist. Das ist schön anzusehen. 
Heute hat Ora mit ihrem spitzen Schnabel ganz vorsichtig die Kopfflusen eines Kükens geputzt. 
Leider warten wir bislang vergebens auf das Schlüpfen der letzten beiden Küken. 

Im zweiten Bild ist zu sehen, wie sich Vater Olli turbulent aus dem Staub macht!

Brave Kinder


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21.05.2019

Wir haben aus einem Video ein Bild geschnitten und vergrößert. Darauf ist bei den verbliebenen Eiern jeweils eine kleine Öffnung zu erkennen. Die Eischale wirkt auffallend dick. Daraus resultieren natürlich viele Fragen, aber wir warten jetzt erst mal weiter ab!


Kleine Öffnungen zu sehen!

 

22.05.2019
Heute sind die Küken 5 bzw. 6 Tage alt. Sie haben einen ausgesprochen guten Appetit und gedeihen prächtig.

Was sonst noch geschah:
2019 haben die Seeadler einen neuen Horst angelegt. Inzwischen war der Nachwuchs groß genug um beringt zu werden. Es gehören viel Mut und viel Erfahrung dazu dieses Vorhaben erfolgreich durchzuführen. Der Horst kann in 35 Metern Höhe nur durch Baumklettertechnik erreicht werden
Am 21.05.2019 wurden die drei Jungadler beringt, die schon eine sehr stattliche Größe haben. Ausgewachsen werden sie eine Spannweite von 2,60 Meter haben! Schon jetzt sind die Schnäbel sehr beeindruckend. Mit Sicherheit können wir im Sommer die Seeadler bei ihren Flugschulungen über Gleschendorf beobachten.

Drei junge Seeadler beringt


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23.05.2019
Leider müssen wir zunehmend davon ausgehen, dass aus den beiden letzten Eiern der Turmfalken keine Küken mehr schlüpfen werden. So sind die vorgegebenen Abläufe in der Natur! Das haben wir in den zurückliegenden Jahren lernen und akzeptieren müssen, auch wenn es uns nicht immer gefiel.  Umso mehr freuen wir uns über die prächtige Entwicklung der drei jungen Turmfalken!

 


 

 

 

 

 

 

 

Fütterung
Luftakrobaten

 

Landeversuch

 

 

 

 

Männchen mit Maus